Der Weltmarkt für gefährliche Chemikalien ist mit einem knappen Angebot konfrontiert, und die Preise dürften aufgrund mehrerer Störungen auf der Angebotsseite im Juni und Juli weiter steigen.
1. Einschränkungen in der Straße von Hormus verschärfen Versorgungsunterbrechungen
Erstens kommt es durch verschärfte Transitregeln in der Straße von Hormus zu erheblichen Beeinträchtigungen bei den Transporten. Der Iran hat eine ausschließliche Genehmigung für alle Schiffe vorgeschrieben, die Schwefel, flüssiges Ammoniak, Harnstoff und Methanol befördern, wodurch Dutzende chemische Massengutfrachter vor Anker liegen und Verspätung haben. Fast die Hälfte des aus dem Meer stammenden Schwefels, 30 % des flüssigen Ammoniaks und der größte Teil des Methanols aus dem Nahen Osten passieren diese Meerenge. In Kombination mit Russlands Schwefelproduktionskürzungen und Südkoreas Naphtha-Exportbeschränkungen beläuft sich die globale Schwefelversorgungslücke auf 5,5 bis 6 Millionen Tonnen. Die Spotpreise für Schwefel sind innerhalb eines halben Jahres um über 210 % auf Rekordhöhen gestiegen.
Zweitens reduzieren ausländische Chemiefabriken ihre Produktion, während große Chemieunternehmen kräftige Preiserhöhungen durchführen. Große Ammoniak- und Petrochemieanlagen in Saudi-Arabien und Katar laufen aufgrund unterbrochener Rohstofflieferungen mit reduzierter Auslastung, und die Betriebsraten japanischer und südkoreanischer Chemiefabriken erreichten den tiefsten Stand seit 30 Jahren. BASF, Huntsman und Covestro erhöhten die MDI-Preise um 3.300–5.260 RMB pro Tonne; Kansai Paint erhöhte die Preise für Lösungsmittelbeschichtungen um 20–35 %. Andere Produkte, darunter Benzol, TDI, Ethylenglykol, LNG, hochreines Helium und Elektronikspezialgase, verzeichnen alle starke Zuwächse, wobei Benzol seit Jahresbeginn um 47,1 % zulegte. BASF warnte davor, dass Engpässe bei Elektronikgasen zu Produktionskürzungen in der Automobil-, Halbleiter- und neuen Energiebranche führen könnten.
3. Versandkosten und Versicherungsprämien steigen
Drittens steigen die Versandkosten stark an. Die Kriegsrisikoprämien für Routen am Persischen Golf haben sich verzehnfacht, ebenso wie die Festnahmegebühren, Sicherheitszuschläge und Transportversicherungsprämien. Umgeleitete Reisen dauern zusätzliche Wochen und führen zu einem Anstieg der Gesamtlogistikkosten um mehr als 40 %. Über 220 inländische Händler haben die öffentliche Notierung ausgesetzt und verhandeln nur noch Preise für feste Aufträge, um eine Festlegung langfristiger Zinssätze zu vermeiden.
4. Inländische Wartungszyklen erfüllen die saisonale Spitzennachfrage
Viertens fallen die Wartungszyklen im Inland mit der Spitzennachfrage im nachgelagerten Bereich zusammen. Viele Ammoniak- und Phosphor-Chemieanlagen in China werden planmäßig gewartet. Kleine Düngemittel- und Beschichtungsfabriken drosseln ihre Produktion aufgrund einer starken Kostenumkehr. Juni und Juli markieren saisonale Nachfragespitzen: Die Monsunlandwirtschaft in Indien und Südostasien kurbelt die starke Nachfrage nach Harnstoff und DAP an, während der Sommerbau, die Herstellung von Haushaltsgeräten und Lithiumbatterien den Kauf von MDI, Lösungsmitteln und Elektrolytrohstoffen ankurbeln. Weltweit bauen Unternehmen Sicherheitsvorräte auf, was das Spotangebot noch weiter verknappt.
Marktausblick: Anhaltende Anspannung im dritten Quartal erwartet
Marktausblick: Irans 60-Tage-Transitpolitik in der Meerenge wird kurzfristig bestehen bleiben, und es gibt keinen klaren Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme von Kraftwerken im Nahen Osten. Ausreichende Importmengen werden erst im August wieder aufgenommen. Analysten gehen davon aus, dass das knappe Angebot und die erhöhten Preise für Schwefel-, flüssiges Ammoniak-, Harnstoff- und Polyurethan-Rohstoffe bis weit in das dritte Quartal hinein andauern werden, was die nachgelagerten Hersteller dazu zwingt, anhaltend hohe Rohstoffkosten zu tragen.
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